11.07.2007

Innen ministrieren (Rektal 21-001)

Er tut mir schon leid - wie fast alle seiner Vorgänger braucht er dringend Hilfe. Wie soll man das nur ertragen! Gefahren überall! Täglich geben ihm seine Beamten neue Einblicke darüber, was schlimmstenfalls schiefgehen könnte.

Und kein Außenstehender will ihn verstehen!


Ja, es ist schon zum Verzweifeln. Selbst die eigenen Parteigenossen folgen ihm eher aus Disziplin als aus Überzeugung. Man müßte einfach
  • so ziemlich alles verbieten oder doch zumindest
  • alles lückenlos überwachen.
Wenn das wenigstens reichen würde! Aber das tut es nicht. Wir haben einfach zu wenige Polizisten mit Hubschraubern. Gut, daß wir wenigstens den Chef der Bundeswehr haben, der selbst voller so Gefahrenbewußtsein (Geltungsdrang) ist. Leider hat er bereits sein Potential für Auslandseinsätze komplett ausgereizt... Da konnte er froh sein, Tornados und Fenneks auch mal im eigenen Land einsetzen zu können. Da spielen auch die notorischen Logistikprobleme keine Rolle. Und die paar Journallien und Politiker, die Bedenken gegen den Einsatz haben, werden ja noch zum Schweigen zu bringen sein...

Wenn der Krieg gegen den Terror entschieden wird, dann an der Heimatfront. Da ist er sich innerlich mit dem Minister des Inneren einig... auch, wenn es um Dolchstöße vaterlandloser Gesellen geht, die angeblich die Freiheit verteidigen, aber in Wahrheit nur den Terror unterstützen.

Da hilft nur ein Bündel neuer Ideen:
  • Vaterlandslose (oder falschen Ideologien anhängende) Gesellen dürfen nicht mehr telefonieren. Das wird sie Demut lehren. Ok, sie könnten natürlich grad mal über die Grenze nach Luxemburg, Frankreich, Belgien usw., und sich dort ein PrePaid-Handy zulegen (dauert ein paar Stunden, die ein vielbeschäftigter Terrorist nicht hat, also geht es nicht - bravo Herr Minister des Inneren!)
  • Sie dürfen auch nicht mehr ins Internet. Das wird sie nerven, weil sie nun bei eBay keine Bomben mehr ersteigern können. Sie können auch keine Seiten erstellen, in denen sie Bombenbauanleitungen veröffentlichen. Und keine eMails mehr verschicken. Naja, zumindest nicht, wenn sie keine Internet-Cafés finden (was sie ja nicht können, denn dazu müßten sie ja googlen, was bekanntermaßen nur im Internet geht, in das sie nicht reinkommen... clever, unser Minister des Inneren, oder?)
  • Werden sie von unseren Ami-Geheimdingenskumpels beim Telefonieren, Surfen oder gar Surfen mit dem Handy erwischt und in antizipierter Notwehr liquidiert, sollen deutsche Polizisten einfach zugucken dürfen, ohne das verhindern zu müssen. Klasse, wenn die Krieggegendenterroroberkumpels für uns Wildwest-Justiz ausführen. Das spart Munition, Personal und es kommen sicher ein paar coole Filme bei heraus, die der Minister des Inneren auf U-Tube veröffentlichen kann. Aber einen kleinen Denkfehler ist ihm hier nun doch unterlaufen: Die damit abgeschreckt werden sollen, irgendwas in die Luft zu sprengen, dürfen ja nix davon gucken... (Natürlich könnte man auch fragen, ob die Ami-Geheimdingenskumpels denn wirklich so nett sind, aber ich glaube, die Frage erübrigt sich wohl in Anbetracht der letzten Veröffentlichungen der Geheimdingenskumpels selbst.)
Ganz offensichtlich hat der Minister des Inneren eines ganz klar erkannt:

So wertvolle Dingers wie Grundrechte und Menschenrechte müssen sofort in Schutzhaft!

Na, dann können wir uns wieder ruhig zurücklehnen - unsere Rechte landen ja hinter Gittern! Und wer will schon freiwillig in den Knast, um sie zu zerstören!